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Geschichte der Blutdruckmessgeräte

Noch bis zum 19. Jahrhundert gab es eine recht blutige Methode, um den Blutdruck eines Menschen zu bestimmen. Dabei wurden Messsonden in die großen Arterien des Körpers eingeführt. Damit waren jedoch einige Risiken verbunden, wie zum Beispiel Infektionen, die recht häufig auftraten.

So wurde alles daran gesetzt, ein Blutdruckmessgerät zu entwickeln, das auf unblutige Art und Weise angewendet werden konnte. Riva-Rocci schuf dann das erste Sphygmomanometer, dessen Name etwa mit Handpulsmaß übersetzt werden kann. Er war damals Assistenzarzt in Turin, wo er ab dem Jahr 1890 zur Entwicklung des Blutdruckmessgerätes entscheidend beitrug. Er entwickelte auch den Prototypen des Messgerätes. Seine Forschungsergebnisse stellte Riva-Rocci schon sechs Jahre später, also im Jahr 1896 in einer Fachzeitschrift vor. Sein Gerät wurde aus einer Art Fahrradschlauch hergestellt, der als Manschette benutzt wurde. Ein Gummiball wurde zum Aufblasen dieser Manschette verwendet. Ein Quecksilberbarometer maß den Druck in der Arterie. Zusätzlich wurde die Ader an der Hand betastet. Rasch konnte sich diese Art der Messung in Krankenhäusern durchsetzen.

Diese Methode wurde im Jahr 1905 von dem Russen Korotkow verbessert. Er setzte als erster ein Stethoskop ein, um den Blutdruck zu bestimmen. Nach dem Ende der 20er Jahre wurden die Geräte auch in privaten Arztpraxen verwendet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Geräte weiter verbessert, sie wurden vor allem kleiner und handlicher. Im Jahr 1968 gab es das erste vollautomatische Blutdruckmessgerät. Die für den Hausgebrauch üblichen Geräte gibt es seit 1976. Weiterentwicklungen sind die Geräte, mit denen der Blutdruck am Zeigefinger (etwa seit 1989 auf dem Markt) oder am Handgelenk (etwa seit 1992 erhältlich) gemessen werden kann.

Riva-Rocci wurde von den Medizinern geehrt, indem auch heute noch von RR die Rede ist, wenn es im Alltag um den Blutdruck geht. Er war einer der ersten Forscher, durch die die Messung des Blutdrucks mittels eines Gerätes ermöglicht wurde. Außerdem gab es dadurch die Möglichkeit, den Blutdruck jederzeit zu bestimmen, was zur Behandlung und Erkennung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems unbedingt vonnöten ist.